Tagebuch Session 22 - Der Unbekannte im roten Gewand
Aufzeichnungen von Franken dem Pfeil
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Wir waren auf dem Weg zum Kloster, als wir kurz davor hinter uns Reiter hörten. Wir versteckten uns im Wald neben dem Weg und erkannten, dass ein Kaiserlicher näher kam. Als dieser nahe genug war trat Franken und Anselm aus dem Wald und grüßten ihn. Anscheinend hatte dies den Reiter so erschreckt, dass dieser seinem Pferd die Sporen gab und an uns vorbei wollte. Franken war sich der Situation nicht sicher, wir alle hatten schon viel Leid in den letzten Monaten gesehen. Franken war hin und her gerissen was er tun sollte. Er schoss. Wie erwartet, ging der Kaiserliche zu Boden, sein Pferd türmte. Als wir den Leichnam untersuchten konnten wir definitiv sagen, das es ein Kaiserlicher war. Gott sei seiner Seele gnädig. Franken wird irgendwann dafür in der Hölle schmoren. Wir begruben den Soldaten und fingen das Pferd ein. Er hatte neben ein bisschen Plunder auch eine Botschaft dabei, die Anselm entziffern konnte. "Zwei Wiesel und ein Dachs treffen sich vor dem Ameisenhaufen". Uns sagte dies gar nichts.
Kurz drauf, wir hatten den Soldaten gerade beerdigt, kam ein weiterer Reisender den Weg entlang. Wir versteckten uns wieder und als er näher kam, erkannte Mathilde ihn wieder. Es war ein alter Bekannter den sie in der Vergangenheit schon einmal eine schwere Verletzung an seinem Bein heilte. Wir sprachen kurz und Hildebrandt schloss sich unser Gruppe an. Er war eigentlich auf der Suche nach Arbeit und wollte auch zum Kloster. Mathilde meinte in einem Gespräch mit Franken, dass wir ihm vertrauen könnten. Franken ließ das Pferd des Soldaten frei und wir reisten weiter.
Als wir um eine weitere Biegung kamen, sahen wir das sehr große Kloster vor uns. Vor dem Kloster gab es noch ein kleines Dorf mit ein paar wenigen Bewohnern. Das Kloster sowie auch das Dorf hatte anscheinend in der letzten Zeit viele Angriffe einstecken müssen, denn überall waren verkohlte Dachstühle zu sehen. Die Bewohner verhielten sich aber nicht verschreckt als wir durch das Dorf ritten. Wir mussten mehrere Male an der Klostertüre klopfen, bis uns ein Mönch endlich das Tor öffnete. Er beschwerte sich, warum wir denn am heiligen Sonntag um Einlass baten. Wir mussten nach einiger Diskussion und dem Aufzählen der 10 Gebote (was nur etwas stotternd von uns kam) alle ein Vater Unser aufsagen, damit er uns Einlass gewährte. Als der Mönch uns unsere Unterkunft zeigte, bekam er mit, dass Mathilde eine Heilerin ist. Er bat Mathilde sich einen Kranken im Kloster anzusehen. Vielleicht könnte sie ihm helfen. Da wir in einem Nebengebäude des Klosters untergebracht waren, nutzen wir die Chance gleich, auch näher an die Hauptgebäude ranzukommen.

Wir begleiteten alle Mathilde und kamen ins Krankenzimmer, in dem es mehrere Verletzte gab. Den Kranken den der Mönch meinte wurde von starken Krämpfen gepeinigt. Seine Finger und Zehen waren alle Schwarz. Der dort verweilende Mönch war sichtlich irritiert, dass eine Frau mit ihm über den Kranken sprach. Mathilde hatte eine Idee wie sie ihm helfen könne und braute einen Trank zusammen, den sie selber als Trank mit "Kräutern der höheren Macht" bezeichnete. Sie flößte dem Kranken den Trank ein und dieser kam nach kurzer Zeit wieder zu sich. Allerdings war er sehr verwirrt. Er wusste nicht wo er war und meinte, dass er aus der Festung des Mogul Vojordin komme. Die Festung war sehr viel weiter nördlich wusste Anselm. Viel zu weit weg um es in seinem Zustand hierher zu schaffen. Er erzählte uns, dass er als Pfadfinder arbeitete und jemanden seine Dienste anbot. Auf dem Weg wurde der Reisende aus heiterem Himmel vom Blitz getroffen und erschlagen, danach kann er sich an nichts mehr erinnern. Was wir aber noch herausbekamen, das der Reisende einen Stirnreif trug, wie das Kind bei der Opferzeremonie. Anselm meinte, dass es sich bei dem Reisenden um DiVoiletta gehandelt hat. Anselm und Hildebrandt fragten den Abt, ob sie denn sich irgendwie im Kloster nützlich machen könnten. Hildebrand könnte an einigen Reparaturarbeiten am Kloster helfen und Anselm darf sich die Bibliothek ansehen. Als Mathilde ihm erklärte, dass sie noch einmal das Dorf besuchen möchte und ihn fragte ob er sie später wieder einlassen möchte, kam es zum Eklat. Der Mönch lies es sich nicht weiter gefallen, mit einer Frau zu sprechen und verweigerte ihr den Zutritt zum späteren Zeitpunkt zum Kloster. Mathilde fing das Diskutieren an, aber der Mönch blieb hart. Je weiter Mathilde nachbohrte desto weiter verschärfte sich die Situation. Der Mönch war kurz davor Mathilde aus dem Kloster zu werfen, als Anselm die Situation vorerst rettete und ein gutes Wort einlegte. Mathilde wurde zu mehreren Vater Unser in dem Kirche verurteilt.

Plötzlich hörten wir Stimmen von draußen und zu unser allem Entsetzen wurde zwei Magyaren die Klostertüre geöffnet. Die zwei ritten auch gleich auf das Haupthaus in dem wir uns befanden zu. Nachdem die beiden in das gleiche Haus gingen, in dem wir waren, nahm Franken die Verfolgung auf. Wurde aber von einem wirklich sehr leisen umherlaufenden Mönch erwischt und wieder zurück ins Krankenzimmer gebracht. Franken konnte sich rausreden, indem er meinte er hätte sich verlaufen. Leider gelang es ihm nicht die Gespräche der Magyaren zu belauschen. Die Magyaren verließen auch kurz drauf  das Kloster. Nachdem Mathilde ihre Vater Unser gebetet hatte, schaute sie sich die wirklich prunkvolle Kirche genauer an und erkannte in einem Seitenfenster das gerade 16 voll ausgerüstete Krieger der Magyaren auf dem Weg zum Kloster waren.
Leider konnte sie uns nicht mehr warnen und den Magyaren wurde Einlass gewährt. Diese belegten auch unseren Schlafraum. Franken verlies den Raum mit all seinen Sachen, wurde zwar noch angepöbelt aber weitestgehend zufrieden gelassen. Wir guckten uns im Stall nach einer neuen Schlafstelle um und entdeckten, dass noch ein weiterer Gast mit seinem Pferd und seinem Leiterwagen im Kloster sein musste. Den Gast hatten wir allerdings noch nicht gesehen. Als es endlich Abend wurde nahmen wir alle am Abendgebet teil. Was uns allen auffiel war, dass die Kirche sehr prunkvoll war, sehr ungewöhnlich für einen Orden der Bettelmönche. Anselm hielt sich während der Zeremonie sehr weit vorne auf, Hildebrandt im hinteren Teil der Kirche, Franken ganz hinten am Eingang. Mathilde hatte sich von dem Abendgebet entfernt und erkundete eine Treppe welche den Hauptturm hinaufführte. Anselm entdeckte in einem Beichtstuhl ganz unauffällig einen Geistlichen mit Tonsur und rotem Gewand. Es könnte der Bischof sein. Später als Anselm den Beichtstuhl noch einmal aufsuchte, war der Beichtstuhl leer.
Mathilde hielt sich ungefähr in der Mitte der Treppe auf, als sie von oben jemanden hörte. Sie verharrte für mehrere Minuten auf der Treppe. Plötzlich hörte sie jemanden von unten die Treppen hochkommen. Sie saß in der Falle. Als sie entdeckt wurde, rief der Mann nach "Rolf". Ganz oben im Turm hörte man jemanden die Treppen nach unten laufen. Sehr wahrscheinlich Rolf. Mathilde versuchte den Mann der von unten kam, runterzuschubsen, bzw. sich an ihm vorbeizudrücken, was ihr auch gelang. Plötzlich hörten wir in der Kirche jemanden nach Rolf schreien. Hildebrandt dachte es handelt sich um einen Übergriff der Magyaren und rannte sofort zum Nebenraum mit der Treppe zum Turm. Franken und Anselm beobachteten kurz die Situation und als sie erkannten, dass Mathilde die Treppen im Nebenraum runterstürzte, rannten beide Hildebrandt hinterher. Franken erkannte sofort, dass Mathilde von zwei Männern angegriffen wurde, riss ihr ihren Mini-Bogen inklusive Pfeile den sie in ihrer übergroßen Tasche mit in die Kirche geschmuggelt hatte, aus der Hand und erschoss den ersten mit einem direkten Treffer ins Gesicht. Der erste Angreifer viel bewegungslos zu Boden. Kurz bevor der erste Pfeil flog, bekamen Hildebrandt und Franken unbemerkt von Mathilde einen Segen, der uns stark unterstützte. Anselm erkannte was Mathilde tat und unterstützte sie hierbei so gut es ging. Hildebrandt erdolchte den zweiten Angreifer überraschend. Anselm konnte gerade noch die Türe hinter uns zuziehen, sodass keiner der Mönche etwas davon mitbekam. Wir stürmten in die Nacht hinaus, ohne dass wir erstmal wussten wohin wir laufen sollten. Als wir in der Mitte des Hofs angekommen waren, sahen wir, dass ganz oben im Turmfenster jemand in roten Gewändern sich aus dem Fenster lehnte um zu sehen, was los war. Franken erinnerte sich, das er ein paar Meter weiter seinen Bogen und die guten Magyaren-Pfeile vor den ungebetenen Gästen versteckt hatte. Er holte den Bogen aus dem Versteck und schoss mit einem sehr gewagten aber präzisen Schuss den Mann in den Arm. Dieser kippte vor Schmerz und vielleicht auch aus Schreck aus dem Fenster und viel zu Boden. Bevor wir wussten was wir tun sollten, hatten die Mönche die Toten schon entdeckt. Leider war es nicht der Bischof, wie sich Franken erhofft hatte. Franken konnte dennoch einen großen goldenen Schlüssel bei dem letzten Toten finden und diesen in seinen Gewändern verschwinden lassen. Wir entschlossen uns erst einmal im Kloster zu bleiben um uns nicht allzu verdächtig zu machen.

Fran"der Pfeil"ken