Tagebuch Session 25 - Zwischen den Mauern von Wehrheim
aufgezeichnet von Mathilde
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Zwischen den Mauern von Wehrheim


… und so befinden wir uns einen ca. zweistündigen Ritt entfernt vor Wehrheim.

Was sollen wir tun? Wie wollen wir vorgehen?

Wir beschließen zu viert mit 2 Rössern nach Wehrheim zu reiten und vor Ort die Lage auszukundschaften. Aufgrund der immer wiederkehrenden Spannungen zwischen Rodriguez und Anselm, reite ich mit Rodriguez und Anselm reitet mit Franken. Unser geschätzter Freund Hildebrand verbleibt bei unseren sich noch im Verborgenen haltenden Fähnlein und übernimmt während Rodriguez´ Abwesenheit kommissarisch deren Leitung.

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Als Rodriguez und ich am Abend kurz vor Sonnenuntergang vor den Toren Wehrheims ankommen, will der Pförtner uns zunächst keinen Eintritt gewähren, da er der Auffassung ist, dass es hierfür schon eine zu späte Stunde sei. Erfreulicherweise zeigt sich aber auch in diesem Falle, dass mit Geld alles käuflich ist und so zahlt der Gefährte Rodriguez für sich, das Ross und meine Wenigkeit einen stolzen Betrag. Während wir noch mitbekommen, wie den Gefährten Franken und Anselm, die auf Abstand hinter uns geritten sind, der Eintritt verwehrt wurde, dürfen wir ins Innere der ewighohen Stadtmauern eintreten – in das kriegsgezeichnete Wehrheim.


Während Rodriguez und ich noch am Diskutieren sind, ob wir die vom Pförtner uns quasi fast schon befohlene Übernachtungsstätte „Wilderkrug“ aufsuchen sollten, hören wir, wie am Marktplatz ein Unbekannter daher ruft, dass Igelsheim niedergebrannt worden sei und dass König Arthus und seine Rebellen hoch leben sollen…

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Es ist schon relativ dunkel und wir überlegen, wie wahrscheinlich es wohl sein möge, dass Anselm und Franken doch noch nach Wehrheim nachkommen können. Ein alternativer Plan war damals über die hiesige Mauer am Friedhof zu klettern… -- da ertönt das Horn. Rodriguez und ich laufen zum Marktplatz und plötzlich läuft Anselm uns direkt über den Weg.

Anselm wirkt auf mich etwas verstört und ich kann nur schwer glauben, wie er es mit seinem Körperbau geschafft haben will über die Mauer zu klettern und nach Wehrheim zu kommen. Aber auf meine neugierigen Fragen wollte er wie gewohnt nicht eingehen, sondern erzählte uns nur, dass Franken ebenfalls über die Mauer geklettert sei und dass wir unauffällig am Marktplatz nach ihm Ausschau halten sollten. – Kurze Zeit darauf treffen wir Franken, der ebenfalls nicht wirklich in Redestimmung darüber ist, wie genau sie es zu zweit geschafft haben, die Mauer zu überwinden.

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Unsere etwas zähen Gespräche werden von lauten Geräuschen gestört und wir können uns gerade noch rechtzeitig in einer Ecke verstecken als wir sehen, wie 3 Fähnlein Magyaren auf struppigen Pferden, gefolgt von dem uns wohl bekannten Fähnlein des permanent betrunkenen Ignatius an uns vorbei reiten.

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Wir versuchen uns das Gesehene zu erklären, beschließen dann jedoch, zunächst das Gasthaus „Wilderkrug“ aufzusuchen.

Das Gasthaus ist voll; schätzungsweise die Hälfte der Leute scheint von der Stadtwache… Während Franken es vorzieht im Stall bei unserem Ross zu bleiben, stellen wir uns beim Gastwirt vor. Rodriguez zahlt sodann für uns die Unterkunft und uns wird ein üppiges Mahl serviert.

Während wir genüsslich speisen, erzählt uns der Wilderkrugwirt von König Arthus und Timusch von Brünn und nachdem er noch seinen Bekannten Eberhard dazu holt, erfahren wir, dass von Brünn Wehrheim heute mit zwei Fähnlein Bogenschützen und 2 Fähnlein Infanterie verlassen habe und kurze Zeit später alleine zurück gekommen sei. Auf Anselms Frage hin, ob denn kürzlich ein päpstlicher Gesandter in Wehrheim angekommen sei, erfahren wir nur, dass in letzter Zeit kein päpstlicher Gesandter mehr die Mauern Wehrheims passiert habe.  

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Wohlig gesättigt machen wir uns des Nächtens noch auf den Weg zum „Rosenlager“, um dem Gerücht nachzugehen, dass in diesem Etablissement die Söldner-Weibel gute Gäste sein sollen.

Auf dem Weg dort hin treffen wir auf einen völlig betrunkenen Mann, dessen zunächst eher weinerliche Laune offensichtlich beim Anblick meiner Weiblichkeit sofort in eine aufdringlich-werbende Manier umschlug. Der Mann stellt sich mit Tillmann vor, gibt vor ein Kommandant zu sein und spricht ebenfalls über König Arthus… Als er jedoch zu zudringlich wird, schreitet der sich im Verborgenen hinter mir haltende Anselm ein… er muss zwar einen Schlag ins Gesicht hinnehmen, aber er schafft es, mich ehrenhaft von dem betrunkenen Tillmann zu befreien.  

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Als Anselm und ich zurück zu den anderen laufen, bekommen wir noch mit, wie Franken sich von einem Waldmann verabschiedet. Dieser soll ihm erzählt haben, dass vom Westtor Wehrheims mehrere Truppen Timusch von Brünn´s abmarschiert sein sollen und dass wiederum im Norden (fremde) frische Pferdespuren gesichtet worden sein sollen.

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Wir gehen weiter zum Etablissement Rosenlager. Natürlich trete ich nicht ein, sondern warte draußen. Anselm und Rodriguez jedoch wagen den Eintritt. Kurze Zeit später kommt Rodriguez schmunzelnd heraus. Er hat dafür gezahlt, dass der keusche Anselm seine Jungfräulichkeit verliert ….

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Anselm verbringt die ganze Nacht im Rosenlager und kehrt sichtlich entspannt zurück. Zusätzlich ist es ihm während der Nacht gelungen, seiner rothaarigen „Betreuerin“ einige wertvolle, wenn auch sehr verwirrende und vielleicht z.T. etwas verzerrte Informationen zu entlocken. So erfuhr er, dass König Arthus in Wehrheim ist, er vor ein paar Tagen mit einem Fähnlein angereist sei, es einen Kampfplatz geben soll, dass die Truppen noch 2 Tage bleiben werden und, dass kaiserliche Truppen zu diesem Kampfplatz wollen.

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Während wir verzweifelt zusammentragen und überlegen, welche Konsequenzen diese Informationen für unser großes Vorhaben haben kann, ertönt ein lauter Pfiff und wir sehen, wie mehrere Fähnlein, meiner Meinung nach mindestens 6 an der Zahl - aber ich kenn mich ja nicht so aus – sich in Richtung Süden begeben. Außerdem scheinen die Magyaren ebenfalls bereits aufgebrochen.

Eine heftige Diskussion unter uns Gefährten beginnt. Rodriguez scheint als einziger den Überblick darüber zu haben, welche Truppen sich wo befinden und so wird entschieden, dass Franken und Anselm gen Süden zu unseren Truppen ziehen und Rodriguez und ich nach Westen zu unseren Truppen ziehen, um auf den bevorstehenden Kampf an zwei Fronten vorbereitet zu sein…

Und so brechen wir auf …[…]