Tagebuch Session 28 - Igelsheim ist abgebrannt
aufgezeichnet von Franken
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Wir befinden auf der Rückfahrt mit dem Schiff nach Igelsheim, als ein Sturm aufzog.
Nach kurzer Diskussion legten wir am Ufer an und verliessen das Schiff als das Gewitter einsetzt.

Anselm beobachtet wie Willibald sich auf einen Hügel hinaufgeht, während die anderen verzweifelt versuchten, ein trockenes Plätzchen zu finden. Anselm verfolgt Willibald.

Als Willibald oben auf dem Hügel ankam war das Gewitter schon im vollen Gange. Überall krachten laut Blitze herab und es schüttete wie aus Eimern. Willibald stiess seinen Wanderstock in den Boden und befestigte einen Beutel mit unbekannten Inhalt am oberen Ende und es schien so als ob er auf irgend etwas wartete. Plötzlich schlug ein Blitz genau in den Stab ein und Willibald rannte zu dem Stab und öffnete den Beutel. Ein Rabe kam zum Vorschein und flog davon. Ein Rabe wie wir sie in letzter Zeit schon öfters gesehen haben, jene leblosen Tiere, die Franken in Igelsheim schon abgeschossen hat. Anselm war sich sehr sicher, das in dem Beutel zuvor nichts Lebendiges enthalten war.
Danach machte sich Willibald wieder auf den Weg in das Lager. Anselm rannte voraus, und fing ihm kurz vor dem Lager ab und stellte Willibald zur Rede. Die beiden tauschten sich sehr zögerlich über die Situation auf den Hügel aus. In dem Gespräch kam auch heraus, das sich Willibald sehr stark für Statuen und Amulette interessierte. Anselm bat Willibald an, sich unsere gefunden Schätze der Osrung in Igelsheim anzusehen zu dürfen, im Gegenzug würde Willibald ihm mehr über die Energien von Blitzen zu erzählen.

In der Zwischenzeit kam Lars, der 2te Bootsmann, zu Ottokar und fragte ob er in der Gruppe der Anführer ist, da er eine wichtige Nachricht für die Herren von Igelsheim hat.  Aber er würde es ihm nur verraten, wenn wir dafür sorgen das er der erste Bootsmann werden würde. Seiner Auffassung nach sollten wir den ersten Bootsmann einfach über Bord stoßen, oder ein ähnliches Unglück über Ihn richten lassen.
Ottokar erzählte das der Gruppe und wir berieten uns kurz, was wir in der Situation tun sollten. Wir einigten uns darauf erstmal nicht so zu tun, als ob es uns nicht interessierte und spekulierten darauf, das uns Lars am Ende der Fahrt eh nocheinmal damit konfrontieren würde. 
Nachdem es langsam dunkel wurde und wir nicht weiterfahren konnten, errichteten wir erst einmal ein Lager um dann am nächsten Morgen mit dem Schiff weiter nach Igelsheim zu fahren.
Anselm der sich auch für die Wache einteilen lies, schlich, nachdem er sich versicherte das alle schliefen, in seiner Wachzeit zu Lars und murmelte ein paar unverständliche Worte und machte sehr merkwürdige Gesten. Mit einer Hand berührte er danach Lars. Dieser fuhr erschrocken aus dem Schlaf hoch, und schrie nach Ottokar und weckte ihn. Lars war die Angst ins Gesicht geschrieben, und er erzählte uns allen - wir waren alle durch das Geschrei aufgewacht - das in der Kapelle in Igelsheim Informationen über Ignazius in einer Statue vom heiligen St. Urban versteckt sind. Angeblich sei eine kleine Schublade am unteren Ende des Sockels eingelassen in der sich die Informationen befinden würden. Die Nacht war ansonsten ereignislos und wir konnten unsere Reise am nächsten Morgen fortsetzen. Wir konnten uns alle keinen Grund vorstellen, warum Lars plötzlich seine Meinung änderte... Manche Probleme erledigen sich einfach von selbst.

Wir waren schon alle sehr gespannt, wie sehr Igelsheim zerstört worden war. Keiner von uns glaubte noch an ein Wunder, das unsere kleine Festung noch so vorzufinden war wie wir sie verlassen hatten. Als wir näher an Igelsheim rankamen, erkannten wir schon eine Rauchsäule die uns nichts Gutes ahnen lies. Igelsheim sowie auch die kleine Gemeinde vor unserer Burg war niedergebrannt und komplett verlassen. Wir gingen durch die ehemalige Ortschaft und in einem der abgebrannten Häuser fanden wir Olaf, welcher tapfer auf unsere Rückkehr gewartet hat. Olaf erzählte uns das König Arthur alles niedergebrannt hatte und Lügengeschichten über uns verbreitete. König Arthus erzählte jedermann, dass wir mit dem Teufel im Bunde stehen und das jeder der mit uns kooperiert dem Tode geweiht sei. So wie es aussieht sind die meisten Bewohner geflüchtet, es gab auch einige Tote im Dorf. Schweren Herzens zogen wir nach dem Gespräch mit Olaf in unsere Burg um die Schäden anzusehen und um auch das Jesuskreuz in der Kapelle zu untersuchen. Alle Holzpallisaden sind abgebrannt, das Haupthaus ist nur noch ein Haufen Asche und auch um den verbleibenden Rest steht es nicht sehr gut. Auch konnten wir niemand unserer Bediensteten finden. Außer die Kapelle, diese scheint von den ganzen Geschehnissen nichts abbekommen zu haben. Wir gingen hinein und untersuchten die Statue des heiligen St. Urban und fanden die besagte Schublade. Darin befand sich ein noch relativ gut erhaltenes Schreiben, welches kaum älter als zwei Jahre war. Anselm konnte es uns vorlesen.

Während wir noch über den Inhalt des Schreibens diskutierten, und Willibald die Schätze der Osrung inspizierte, entdeckte Franken plötzlich einen Ritter auf seinem Schlachtross direkt zwischen den ganzen Trümmerhaufen, welcher uns beobachtete. Der Ritter hatte einen großen Falken auf seiner Schulter sitzen. Franken zog ohne groß nachzudenken seinen Bogen und visierte den Ritter an. Die anderen wurden durch Frankens Aktion auf den Ritter aufmerksam. Als Ottokar den Ritter ansprechen wollte, viel stürzte dieser seitlich vom Pferd und blieb liegen. Ottokar eilte sofort zu ihm. Franken behielt den Ritter im Visier.
Kurz bevor Ottokar den Ritter erreichte sprang ein Wilderer aus dem Gebüsch und hielt dem Ritter ein Messer an den Hals und machte Ottokar eindeutige Zeichen, das er verschwinden sollte. Der Wilderer versuchte die Satteltasche des Ritters abzuschneiden. Franken nutze die Gunst und schoß seinen Pfeil auf den Wilderer. Leider verfehlte Franken ihn. Zur gleichen Zeit sprangen zwei weitere Wilderer aus dem Gebüsch und schossen mit Ihren Bögen auf Franken. Franken konnte sich aber geschickt fallen lassen und aus dem Kampf herausnehmen. Ottokar beschwichtigte kurz das Streitross des Ritters und es gelang ihm aufzusatteln. Ottokar riss das Ross umher und konnte mit voller Wucht den ersten Angreifer mit seinen Streitkolben ausschalten. Auch der zweite Wilderer hatte keine Chance. Der dritte konnte fliehen. Sofort kümmerten sich Matthilde und Franken um den Ritter, während Ottokar und Anselm erstmal die Taschen des Ritters durchsuchten. Der Ritter hatte einen Pfeil im Rücken stecken, und die Wunde hatte sich sehr stark infiziert. Das sah nicht gut aus. Der Ritter selbst stammelte auch nur noch ganz leise.  Wir entfernten den Pfeil und Anselm gab Matthilde eine kleine Phiole und meinte es wäre ein Heilzauber. Matthilde verabreichte dem Ritter den Heiltrank welcher wahre Wunder vollbrachte, denn nach sehr kurzer Zeit ging es dem Ritter deutlich besser und er konnte sich mit uns unterhalten.
Sein Name ist Eberhard, und er ist auf der Suche nach Theoderich. Er war mit Theoderich vor fünf Jahren nach Jerusalem geritten und sie hatten sich dort aus den Augen verloren. Ritter Eberhard fragte uns nach einem Graf Gero, aber niemand wusste mit dem Namen was anzufangen. Ritter Eberhard erzählte uns das Theoderich starke Alpträume in Jerusalem hatte. Theoderich und er wurden in einer Schlacht gefangen genommen. Eberhard war über ein Jahr eingesperrt. Theoderich wurde angeblich erhängt. Eberhard glaubt aber nicht das Theoderich tot ist, und will ihn unbedingt finden. Eberhard spricht die ganze Zeit von dem "Augenblick Gottes". Wir fragten Ihn mehrmals was der Augenblick Gottes denn sei, und irgendwann erzählte uns Eberhard, das "in einem Augenblick sich die Welt sich um uns zu drehen scheinte". Er meinte noch das es Theoderich hierbei besonders erwischt hätte und dieser hätte angeblich gespürt wie jemand die Hand auf seinem Kopf gelegt hatte. Angeblich ein Handwerker. Meister Godwin. Wir kannten Meister Godwin bisher nur als reisenden Händler. Eberhard behauptet aber das Meister Godwin ein Steinmetz sei. Angeblich waren Meister Godwin und Peter der Einsiedler gemeinsam in Jerusalem gewesen.