Session 09 - Tagebuch_1100_03_26.pdf
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XX. Marz im Jahre des Herrn 1100 - Rittergut Igelsheim
Bejubelt zu werden, das hat mir schon immer gefallen. Doch dieses Mal wollte keine so rechte Freude
daruber aufkommen. Zugegeben, der Jubel der Dor
er galt uns, insbesondere naturlich Ottokar und
Rodriguez, die letztlich die beiden Raubritter zur Strecke gebracht hatten und als Erinnerung daran
einige Narben zuruckbehalten werden.
Aber dieser Jubel war nicht jener, der alleine von Begeisterung getragen wird. Nicht jener Jubel, den
man auf den Jahrmarkten hort. Sondern in diesem Jubel lag auch eine Erwartung und er legte uns
Verantwortung wie einen groben, durchnaten Umhang an.
Funf der Raubritter laufen immer noch frei umher und Gott wei, wann sie wieder hier in Igelsheim
erscheinen.Wenn sie dann vor dem Tor stehen, dann sollten sie von genug Bewaneten erwartet werden.
Die Dor
er haben Hunger und wollen die gestohlenen und in der Burg eingelagerten Vorrate zuruckhaben.
Ein verstandlicher Wunsch, denn wie sich Hunger anfuhlt wei ich selber gut genug.
Die verwitwete Frau von Igelsheim mochte das Gut verlassen, besteht aber auf einer standesgemassen
Eskorte. Wer mochte ihr das schon verwehren, denn die Straen sind unsicher genug.
Aber was nun? Rondriguez scheint seinen neuen Stand als Gutsherr durchaus zugenieen und es sei ihm
gegonnt, denn ich furchte, viele Lasten werden auf seinen Schultern oder vielmehr seinem Schwertarm
abgeladen werden. Denn Bewanete fur eine Eskorte konnen wir eigentlich nicht entbehren. Die Vorrate
sind viel zu knapp und wie wir die versprochene Osterfeier bewerkstelligen wollen. . . nun, da mussen
wir wohl auf Frankens Bogen vertrauen. Aber 65 Mauler sind zu stopfen, da mussen ihm einige Hirsche
uber den Weg laufen!
Mehr Bewanete und eine Instandsetzung der Gebaude waren auch nicht schlecht - aber da im Stall
kein Dukatenesel steht, durfte es auch damit Essig sein.
Und ob wir Dietmar, dem Verwalter, trauen konnen, das wird sich noch zeigen: Ob es nun Feigheit
(wobei ich es eher Uberlebenswille nennen wurde) oder Berechnung war, da er sich nicht gegen die
Raubritter gestellt hatte, wer wei das schon?
Vielleicht lat sich ja aus dem Neuzugang im Kerker etwas herausbekommen? Einen Mullersburschen
mit einem so aualligen Namen wie "Schwarzer Falk\ trit man ja nicht dauernd. Bislang wollte er nicht
herausrucken, warum er hier auf Gut Igelsheim aufgetaucht ist und nach den verblichenen Raubrittern
fragte: Selbst ein betrunkener Tanzbar hatte ihm die Erklarung, da er nur im Namen seines Meisters
ein Dankeschon fur den feinen Braten ausrichten sollte, nicht abgekauft. Aber was haben der Muller
und die Raubritterbande miteinander zu schaen?
Und warum in aller Welt karrt jemand Steine durch den Gutswald? Der Beschreibung von Falken und
Albertinus zu folge lag der umgekippte Wagen zusammen mit der Fracht (Steinquader), den Fuhrknechten
(beide tot) und einem Banner (mit dem Kaiserlichen Adler) abseits der Wege im Wald. Seltsame
Angelegenheit.
Da wird es fur uns neue Herren von Igelsheim noch viel zu tun geben. . .

Was hat der Bote zur Politik erzählt:

In den letzten Monaten gab es eine Intrige von Papst Paschalis II zur Absetzung des Bischofs Joseph von Sutach, einem strenggläubigen Mann.

(das Bistum Sutach liegt wie Brünn in der Grafschaft Brehna, westlich von Brünn und entspricht einer Baronie)

Der Bischof wurde verurteilt, die Kirchensteuer veruntreut zu haben.

Der Baron von Brünn war darin verwickelt und hat eigenhändig den alten Bischof hingerichtet.

Der neue Bischof Pietro di Milano ist papsttreu und mischt sich anscheinend auch in der Wildermark ein. Angeblich hat der alte Baron von Wilders kurz vor dem Sieg der Magyaren die Baronie der Kirche vermacht.

(die Wildermark entspricht einer Baronie)

Die Lage dort ist unklar, die Fronten wechseln ständig.

Die einzigen rechtmäßigen Ritter sind Etzel von Gallys und Ritter von Oppenstein, beide sind wohl kaisertreu.